Zwei neue UNESCO-Welterbestätten in Kroatien!

Zwei neue UNESCO-Welterbestätten in Kroatien!

Welterbestätten sind Orte, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit auf Weltniveau von großer Bedeutung sind. Der Titel wird von UNESCO verliehen, der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur.

Zurzeit gibt es in Kroatien zehn Stätten, die dem UNESCO-Weltkulturerbe angehören. Darunter zählen seit Neuestem auch Zadar und Šibenik, die im Juli 2017 diesen Status erhalten haben.

Beide Sehenswürdigkeiten wurden zum Schutz vor dem Osmanischen Reich erbaut: die Festung des Heiligen Nikola in
Šibenik und die Stadtmauer von Zadar.

Die Festung des Heiligen Nikola in Šibenik

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Wo befindet sich die Festung?

Die Festung befindet sich in der Stadt Šibenik, am Eingang des Kanals des Heiligen Antons, auf einer kleinen Insel namens Ljuljevac. Der Kanal ist der einzige Zugang zur Stadt Šibenik vom Meer aus.

Vor dem Bau der Festung befanden sich auf der Insel ein Benediktinerkloster und eine Kirche. Das Kloster wurde schon im 10. Jahrhundert in verschiedenen Dokumenten erwähnt, wurde aber bis zum 14. Jahrhundert zerstört. Wir wissen noch immer nicht, wie das Kloster ausgesehen hatte.

Warum wurde sie erbaut?

Die Menschen hatten vor einer Attacke des Osmanischen Reichs Angst, weshalb sie die Republik Venedig um Hilfe baten. Die Republik Venedig war damit einverstanden, eine Festung zu bauen, weil sie davon überzeugt war, dass: „Derjenige, der Šibenik besitzt, diesen Teil der Adria regiert".

Nach der Genehmigung des Baus dauerte es 18 Jahre, bis man mit dem Aufbau anfing. Die Festung wurde von zwei bekannten Architekten in 1539 entworfen: Michele Sanmicheli und seinem Neffen Gian Girolamo. Erst im Jahr 1544 hat man den Bau abgeschlossen.

Die Festung wurde nie angegriffen. Man glaubt, dass potenzielle Angreifer Angst vor der einschüchternden Erscheinung des Bauwerks hatten.

Drei interessante Fakten...

  • Die dreieckige Form der Festung ist sehr selten. Es gibt nur noch zwei weitere Festungen in Europa, die eine solche Bauweise aufweisen: die Festung Zarzanelo in Italien und die Festung in der Stadt Sisak in Kroatien.
  • 2015 druckte die kroatische Post das Bild der Festung in Šibenik auf Briefmarken.
  • Es gibt freundliche Delfine im Adriatischen Meer. Eine der ältesten Geschichten über Delfine und Menschen aus 1621 spricht von der Freundschaft zwischen den Bewohnern der Stadt Šibenik und Delfinen.

Die Stadtmauer in Zadar

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Zadars Beitritt zur Republik Venedig

Zadars Erhebung war eine Bedrohung für die Republik Venedig, die mehrmals versuchte, Zadar zu erobern. Am 09. Juli 1409 war die Republik Venedig endlich erfolgreich, indem sie die Stadt Zadar und das ganze Dalmatien von Ladislaus von Neapel für 100.000 goldene Münzen gekauft hatte.

Warum wurde die Mauer gebaut?

In 1537 ist Michele Sanmicheli in Zadar angekommen, um die Stadtmauer zu besichtigen und zu sehen, wie man sie zum Schutz vor den Türken verbessern kann. Er hat auch die fünfeckige Bastion erbaut.

Im Jahr 1566 schickte die Republik Venedig den militärischen Befehlshaber Sforzo Pallavicin, um zum Schutz noch stärkere Mauern zu bauen. Während des Baus der Mauer mussten viele Häuser und Kirchen niedergerissen werden (ein ganzer Vorort wurde dabei zerstört!) was zur Veränderung der Stadtstruktur führte. Der Bau der Stadtmauern wurde in 1570 beendet, womit Zadar zur bedeutendsten Festungsstadt in der Republik Venedig wurde.

Die Mauern, die die Stadt umhüllten, waren 3000 Meter lang und drei Viertel der Mauer existieren noch immer.

Enige interessante Fakten...

Um das Jahr 1660 hat ein türkischer Schriftsteller folgende Worte benutzt, um die Mauern der Stadt Zadar zu beschreiben:

 "Es ist die vom geschnittenem Stein erbaute Stadt, der wie ein Feuerstein ist ... Die Mauern ragen nach außen wie eine Schildkrötenschale ... die Mauern sind lang und breit ... sie leuchten wie eine weiße Perle ... wahrhaft, ich habe nie eine so starke Stadt gesehen."

 

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